Ausklang und Dank

Das war es schon wieder! Erleichterung und auch ein wenig Wehmut halten sich bei mir, dem Autor und Regisseur, die Waage.

Erleichterung, weil wir es geschafft haben, auch in dieser Coronazeit ein Stück auf die Bühne zu bringen. Glücklich, dass wir fünf Mal spielen konnten, drei Mal vor „vollem Haus“! Wie haben wir uns über die positiven Rückmeldungen gefreut! Wie toll hat dieses nette Team aus Jung und Alt bis zum Finale mitgemacht! Die Arbeit ist getan.

Wehmütig, weil nun schon wieder alles vorbei ist. Ich habe meinem Stück selbst immer wieder gern zugesehen und war gespannt, wie es laufen würde. Ich habe mich gefreut, wie unser Team immer freier und fröhlicher aufgespielt hat, wie die Zuschauer mitgegangen sind. Schade, dass nun alles vorbei ist. 

Ganz, ganz herzlichen Dank an alle, die daran mitgewirkt haben.

Proben auf Abstand

Die Idee, der Plan und die Umsetzung

Das Projekt hat sich in ganz kurzer Zeit entwickelt.
Am Anfang war die Idee: Man müsste gerade in diesen öden Monaten irgendetwas veranstalten, z. B. einen Vorleseabend im Freien, auf einem Podest mit Mikro. Aber was? Geschichten aus dem „Decamerone“ würden toll in die Zeit passen – Sinnlichkeit gegen Angst und Verzagtheit. 

Geht aber nicht – die Geschichten sind zu lang und zu kompliziert. 
Kürzen? – Da geht zu viel verloren. 
Umarbeiten? Den Kern der Geschichten als Dialog darstellen? – Tatsächlich das geht! Das kann sehr reizvoll sein!

Fünf, sechs Geschichten sind rasch aufbereitet. Überraschung – das ist ein halbes Theaterstück geworden. Man muss das Ganze nur noch auf eine Linie bringen und einen schönen Abschluss finden. Ja, es fügt sich zusammen. Das Stück soll „Liebe und Leidenschaft in Zeiten von Pest und Cholera“ heißen.

Ein schönes Stück. Aber wo und mit wem spielen? Mit viel Glück kommt ein Team zustande – fünf „alt gediente“ Waldbühnenspieler und fünf Neulinge, eine tolle Mischung. Aber der Verein „Waldbühne“ ziert sich, will auf keinen Fall etwas unter seinem Namen inszenieren. Am 2. Juli endlich der Durchbruch: Das Team darf die Bühne und ihre Einrichtungen benutzen, muss aber alles in eigener Verantwortung, mit eigener Arbeitskraft und auf eigenes finanzielles Risiko regeln. 

Die Gruppe „theater-heute“ gründet sich.

Am 6. Juli findet die erste Probe im Garten statt. Dann geht es Schlag auf Schlag. Drei oder vier Proben pro Woche im Garten, immer zu dritt, immer auf Abstand bedacht, immer mit dem Modell des Bühnenbildes vor Augen. Am 23. Juli erste Probe auf der Bühne. Requisiten und „Kostüme“ werden zusammengesucht. 

Unglaublich: Die Generalprobe läuft wie geschmiert. Ein böses Omen?

Einfaches Bühnenbild – bei den Proben immer im Blick

Warten bis es dunkel wird – die Beleuchtung muss stimmen

Kurz vor der Premiere wird alles noch einmal durchgegangen – alles klappt

Erzählkönigin Pampinea führt mit viel Witz und Fröhlichkeit durch das Stück

Auch Monika Stoepper als Souffleuse hat ihren Spass

Regisseur und Autor Herbert Stoepper als kritischer Zuhörer im Hintergrund

Wir spielen unser Stück

Premiere am 1.August 2020 vor vollem „Haus“. 

Es klappt prima. Kein überschäumendes Schenkelklopfen, kein ausgelassenes Sich-Kaputt-Lachen, aber verständnisvolles Schmunzeln, gelegentlich unbeschwertes Lachen. Dazwischen immer wieder konzentrierte  Momente, in denen das Publikum die Geschichten verfolgt, ruhige Augenblicke, in denen sich die Zuschauer ganz von der Stimmung und der Musik einfangen lassen.

Ganz, ganz herzlicher Applaus. Viel, viel Lob für das Stück und die einzelnen Darsteller. Glückliche, entspannte Mitwirkende und ein fröhlicher Ausklang

Und danach?

Am Tag nach der Premiere erreichen mich einige Grüße und Glückwünsche per e-mail:

Lieber Herbert und liebe Monika,
danke für den schönen Abend! Vor dem gestrigen Abend wussten wir tatsächlich nicht, dass Boccachio ein italienischer Dichter und kein mit Salami belegtes und mit Käse überbackenes Hefeteilchen ist.
Wir hatten noch nie von Decamerone gehört und hätten eher vermutet, dass es sich um eine schweizerische Nougatspezialität handelte.
Mit unserer intensiven Vorbereitung auf den gestrigen Abend  haben wir diese Bildungslücke füllen können.

Wir danken euch und euren erfrischenden Bühnendarstellern von Herzen, dass ihr uns von unserem Sofa heruntergelockt  und uns ein herrliches Wochen-Ende beschert habt.

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Guten Morgen lieber Herbert, 
nochmals vielen Dank, dass du uns den gestrigen Theaterabend ermöglicht hast. Wir haben die kurzweilige, amüsante Aufführung in der wunderschönen Umgebung sehr genossen...

 

LEINEZEITUNG UND NEUSTÄDTER BLATT ÜBER DAS STÜCK

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© theater-heute50 – Herbert Stoepper. Alle Rechte vorbehalten. Stand August 2020